Cancel Culture und Meinungsfreiheit – Über Zensur und Selbstzensur
– Über Zensur und Selbstzensur

Cancel Culture in Deutschland: Zensur, Selbstzensur und Meinungsspektrum unter Druck
Im Sommer 2020 warnten prominente US-Intellektuelle mit einem offenen Brief vor einer wachsenden Zensuratmosphäre in öffentlichen Diskursen. Der Begriff „Cancel Culture“ bezeichnet dabei die Praxis, Andersdenkende gesellschaftlich zu ächten und zu diskreditieren. Inzwischen hat diese Debatte auch Deutschland erreicht: Künstler werden von Veranstaltungen ausgeschlossen, und Umfragen vom Juni 2021 zeigen, dass nur knapp die Hälfte der Bevölkerung glaubt, ihre Meinung frei äußern zu können.
Der vorliegende Sammelband untersucht dieses Phänomen im deutschsprachigen Raum sorgfältig und differenziert: Beleuchtet werden die Bereiche Kultur, Hochschule, Kirche, Schule und Wirtschaft. Die Autorinnen und Autoren gehen den Ursprüngen und Unterschieden zur US-amerikanischen Cancel Culture nach und analysieren, wie gesellschaftliche Kontrolle nicht etwa von staatlichen Mächten ausgeht, sondern aus einem Klima entsteht, in dem abweichende Meinungen zunehmend berufliche, pädagogische oder persönliche Risiken bergen.
Cancel Culture ist demnach keine staatliche Ideologie oder Institution, sondern ein gesellschaftlicher Mechanismus, der dazu führen kann, dass kreative Köpfe, Lehrende oder Unternehmerinnen sich zurückziehen oder mundtot gemacht werden. Der Band erläutert anhand zahlreicher Beispiele, wie mutige Persönlichkeiten – von Künstlern bis Schriftstellern – erleben, dass ihre Tätigkeit, ihr Lehrauftrag oder die Existenz ihrer Firma in Gefahr geraten kann.
Ein Appell zieht sich durch mehrere Beiträge: Freiheitsrechte dürfen sich nicht darauf verlassen, dauerhaft gewährt zu bleiben. Die Autorinnen und Autoren zeigen auf, dass demokratische Freiheiten wie Meinungsfreiheit und Protest nicht selbstverständlich sind. Freiheitsrechte müssen verteidigt und im Zweifel zurückerobert werden – unabhängig davon, ob auf historischen oder aktuellen Beispielen aufgebaut wird.
Autoren
Sabine Beppler‑Spahl, Jasper von Altenbockum, Daniel Ben‑Ami, Robert Benkens, Oleg Dik, Frank Furedi, Matthias Heitmann, Boris Kotchoubey, Stephan Laurin, Jan MacVarish, Thilo Spahl, Kolja Zydatiss
Die Autorinnen und Autoren schreiben für namhafte Publikationen und Medien, wie z.B. Achgut.com. Sie unterhalten teilweise selbst Blogs und schreiben Bücher zu gesellschaftspolitischen Themenbereichen.
Kurzübersicht
- ISBN: 978‑3‑944610‑89‑4
- Buchart: Sachbuch (Politik / Gesellschaft)
- Format: Taschenbuch
- Seitenzahl: 216 Seiten
- Buchgröße / Gewicht: ca. 10,8 × 17,6 cm / 210 g
- Erscheinungsdatum: 1. Aufl. 01.06.2022
- Verlag: Novo – Alexander Horn Publikationen
- Verkaufspreis: 15,00 €