Die sortierte Gesellschaft
– Zur Kritik der Identitätspolitik

Identitätspolitik unter der Lupe: Kritik, Alternativen und gesellschaftliche Perspektiven
In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung widmet sich der Sammelband „Die sortierte Gesellschaft“ einer kritischen Auseinandersetzung mit der Identitätspolitik. Herausgeber Johannes Richardt hat Beiträge namhafter Autoren und Autorinnen versammelt, die die wachsende Tendenz zum politischen Schubladendenken hinterfragen. Das Buch stellt infrage, ob die Fokussierung auf Gruppenzugehörigkeit – basierend auf Herkunft, Geschlecht, Religion oder Kultur – eine zukunftsfähige Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt sein kann. Statt universeller Rechte werden zunehmend Sonderrechte gefordert, was die Autoren als problematische Entwicklung begreifen.
Im Mittelpunkt der Analyse steht die Frage, inwieweit politische Bewegungen und Minderheitenvertretungen ihre Anliegen über eine Rhetorik der Benachteiligung legitimieren. Dabei wird ein breites Spektrum von Aktivistengruppen betrachtet – von Queer-Vertretern über Männerrechtler bis hin zu rechten Identitären. Die Autorinnen und Autoren beleuchten, wie diese Dynamik zu einer Einschränkung von Debattenräumen führt und gesellschaftliche Spaltung fördert.
Die Beiträge in diesem Buch beleuchten verschiedene gesellschaftliche Bereiche – darunter Medien, Bildung, Kirche und Politik – und machen deutlich, wie Identitätsfragen den politischen Diskurs dominieren. Sie zeigen, dass ideologische Überhöhungen und moralische Absolutheiten dem Ziel einer offenen, pluralistischen Gesellschaft zuwiderlaufen. Stattdessen plädieren einige der Autoren für eine Rückbesinnung auf klassenbezogene Politik oder eine republikanische Bürgergesellschaft, in der Verantwortung und Beteiligung im Zentrum stehen.
„Die sortierte Gesellschaft“ ist nicht nur eine Sammlung fundierter Analysen, sondern ein Plädoyer für mehr Aufklärung, Demokratie und eine gemeinsame politische Kultur, die individuelle Freiheit über Gruppenzugehörigkeit stellt. Das Buch ist ein bedeutender Debattenbeitrag in einer Zeit, in der Identität zunehmend zur politischen Waffe wird.
Autoren
Josie Appleton, Sabine Beppler-Spahl, Tim Black, Jan Feddersen, Frank Furedi, Gerd Held, Jason D. Hill, Arlie Hochschild, Stefan Laurin, Mark Lilla, Kenan Malik, Jordan Peterson, Robert Pfaller, Tobias Prüwer, Johannes Richardt, Thilo Spahl, Volker Weiß.
Die Autorinnen und Autoren schreiben für namhafte Publikationen und Medien, wie z.B. Achgut.com. Sie unterhalten teilweise selbst Blogs und schreiben Bücher zu gesellschaftspolitischen Themen.
Rezensionen
Die Auseinandersetzungen über die Postmoderne und Identitätspolitik sind der Hintergrundsound nahezu aller Debatten, die unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahren geprägt haben. Ob die Rechte ein völkisches Denken propagiert, eine postmoderne Linke sich für das Recht Burka zu tragen ausspricht oder wir nicht mehr über Klassen reden, sondern über Religionszugehörigkeiten und Völker – all das ist Ausdruck der identitätspolitischen Verschiebungen. Spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, dem Aufstieg der Rechtspopulisten und den überhitzten Debatten über politische Korrektheit an Hochschulen wird deutlich, wie verheerend die Auswirkungen der Identitätspolitik sind. Die liberalen und linken Kräfte verlieren sich in Diversitätsrhetorik, während fundamentale Rechte und Errungenschaften infrage gestellt werden.
Das Buch „Die sortierte Gesellschaft“ beleuchtet diese Entwicklungen kritisch. Die Vielfalt der Perspektiven – von liberal bis links – zeigt, wie ernst die Lage ist. Autoren wie Robert Pfaller, Kenan Malik oder Mark Lilla fordern eine Rückkehr zu einer Politik der Gemeinsamkeit, die auf universalistischen Werten und institutionellem Engagement fußt.
Das Projekt von Johannes Richardt und der Zeitschrift Novo ist ein eindrucksvoller Versuch, einer gefährlichen politischen Strömung entgegenzutreten – mit analytischer Schärfe, historischer Tiefe und der festen Überzeugung, dass die Freiheit verteidigt werden muss.
Auch ein Beitrag des Rezensenten ist enthalten, in dem er darlegt, warum die Zeit der Identitätspolitik abläuft und sich neue Chancen für gesellschaftlichen Zusammenhalt eröffnen. Eine kämpferische, aber hoffnungsvolle Diagnose. (erschienen bei: die Ruhrbarone)
Kurzübersicht
- ISBN: 978-3-944610-45-0
- Buchart: Sachbuch
- Format: Taschenbuch
- Seitenzahl: 288
- Buchgröße (cm) / Gewicht (g): 13,5 x 21,0 / 210 g
- Erscheinungsdatum: 13.06.2018
- Verlag: Novo – Alexander Horn Publikationen
- Verkaufspreis: 16 Euro