Bückbürgertum
– Eine Geschichte verlorener bürgerlicher Kulturkämpfe von 1945 bis 2026
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Das Bückbürgertum: Ulf Poschardt über bürgerlichen Opportunismus und die selbstverschuldete Niederlage
Nach dem Erfolg von Shitbürgertum dreht Ulf Poschardt die Kamera um: Gefährlicher als die moralisch überhebliche linke Milieuklasse sei das Bückbürgertum – jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, die wider ihre Überzeugung nahezu jeden Unsinn links der Mitte mitgemacht haben. Der Bückbürger ist Opportunist aus Bequemlichkeit und Statusangst: Er räumt Positionen, die er nicht verloren hat, schwenkt die weiße Fahne bevor er angegriffen wird.
Das Buch gliedert sich in drei Etappen. Von 1945 bis 1968 rekonstruiert Poschardt die psychische Ausgangslage: Selbstentnazifizierung der Gruppe 47, „Gnadenfieber“ und „Wohlstandsverwahrlosung“ als frühe Diagnose späteren bückbürgerlichen Habitus. Von 1968 bis 2005 zeigt er, wie das Bürgertum den langen Marsch der Linken durch Redaktionen, Universitäten und Kulturbetrieb zuließ. Die dritte Etappe – Merkel bis Merz – ist die analytisch dichteste: asymmetrische Demobilisierung, Erfurter Wählerwahl 2020, Corona als „Bückunterwerfung“, Brandmauer als zementierte Selbstentmächtigung.
Besonders bemerkenswert: das Kapitel „Der gebückte Poschardt“, in dem der Autor seine eigene Mitschuld als Chefredakteur der Welt einräumt. Kant liefert das Leitmotiv: „Wer sich zum Wurm macht, kann nachher nicht klagen, dass er mit Füßen getreten wird.“ Der zweite Band einer Trilogie – Fightbürgertum soll die normative Antwort liefern.
Autor
Ulf Poschardt (*1967) ist einer der profiliertesten Journalisten Deutschlands. Er war Chefredakteur des Magazins der „Süddeutschen Zeitung“ und der deutschen Ausgabe von „Vanity Fair“. Von 2016 bis 2024 leitete er die „Welt“-Gruppe und ist seit 2025 Herausgeber der Premium Gruppe POLITICO, WELT und BUSINESS INSIDER. Zu seinen Werken zählen u.a. „DJ Culture“, „Cool“, „Über Sportwagen“, „Mündig“ und „911“.
Kurzübersicht
- ISBN: 978-3-98791-370-9
- Buchart: Sachbuch – Gesellschaftskritik / Essay
- Format: Hardcover (gebunden)
- Seitenzahl: 352 Seiten
- Buchgröße (cm) / Gewicht: 20,7 x 12,9 x 3,3 cm / 500 g
- Erscheinungsdatum: 1. Aufl. / 15. Juni 2026
- Verlag: Westend Verlag GmbH
- Verkaufspreis: 27,00 €