Die Brüsseler Tyrannei
– oder Der diskrete Staatsstreich
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Ein Linker rechnet mit der EU ab: Thomas Fazis Anatomie der Brüsseler Tyrannei
Thomas Fazi ist kein Rechts- oder Nationalpopulist, der die EU ablehnt. Er ist ein britisch-italienischer Publizist und Ökonom aus der Antiglobalisierungsbewegung der Spät-1990er-Jahre, der spätestens während der Eurokrise seine Meinung änderte. Seine Grundthese: Die EU ist kein gut gemeintes Friedensprojekt, das später von Technokraten gekapert wurde. Sie ist das, wozu sie von Anfang an gebaut wurde: ein Mechanismus zur Entmachtung der Massendemokratie.
Den Beweis führt Fazi entlang dreier Linien. Historisch zeigt er, dass liberale Denker von Burke bis Hayek das allgemeine Wahlrecht als Bedrohung für Eigentumsrechte betrachteten. Hayek formulierte 1939, dass zwischenstaatlicher Föderalismus genutzt werden könne, demokratische Eingriffe in Märkte praktisch auszuhebeln. In den 1960er-Jahren etablierte der EuGH den Vorrang des Gemeinschaftsrechts – ohne dass eine Wählerschaft je darüber abgestimmt hätte. Maastricht schrieb Defizitgrenzen, Inflationsziele und EZB-Unabhängigkeit als praktisch unveränderbare Rechtsnormen fest. EZB-Chefskonom Otmar Issing räumte später ein, der Euro habe genau das erreicht, was Hayek sich gewünscht hatte.
In der Gegenwart: Ursula von der Leyen vereinbarte einen 35-Milliarden-Vertrag mit Pfizer-BioNTech per SMS, bis heute ohne vollständige Offenlegung. Die Kommission gründete einen 150-Milliarden-Verteidigungsfonds ohne Parlamentsbeteiligung. Die wirtschaftliche Bilanz: Eurozone +23 Prozent reales BIP seit Euro-Einführung, USA +50 Prozent. EU-Anteil am globalen BIP sank von 27 auf 16 Prozent. Übersetzt von Ludwig Krebbers.
Rezensionen
Wolfgang Streeck (ehem. Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung) hebt hervor, Fazi behandle die EU nicht technokratisch, sondern politisch – und zeige, wie weit die EU die Souveränität ihrer Mitgliedstaaten und ihr demokratisches Potenzial bereits ausgehöhlt habe.
Autor
Thomas Fazi ist britisch-italienischer Publizist und Ökonom. Er kam aus der Antiglobalisierungsbewegung, stritt lange für mehr europäische Integration und änderte seine Position während der Eurokrise grundlegend. Er veröffentlicht zu Wirtschaftspolitik, Währungstheorie und europäischer Demokratie.
Kurzübersicht
- ISBN: 978-3-98791-386-0
- Buchart: Sachbuch – Politik / Gesellschaft
- Format: Taschenbuch (kartoniert)
- Seitenzahl: 208 Seiten
- Buchgröße (cm) / Gewicht: k. A.
- Erscheinungsdatum: 1. Aufl. / 12.10.2026
- Verlag: Westend Verlag GmbH
- Verkaufspreis: 22,00 €