Wir verlieren dieses Land
– Polizisten erzählen, worüber niemand offen spricht
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Polizisten brechen ihr Schweigen: Liv von Boetticher legt die Lücke zwischen Erlebnis und öffentlichem Narrativ offen
„Wir verlieren dieses Land.“ Für Liv von Boetticher war der Satz eines hochrangigen Polizeibeamten aus Nordrhein-Westfalen der Ausgangspunkt einer Recherche, die tiefer geht als viele öffentliche Debatten über Kriminalität in Deutschland. Über zwei Jahre hinweg sprach sie mit Hunderten Polizistinnen und Polizisten im ganzen Land – von der Nordseeküste bis zum Alpenrand, quer durch alle Hierarchien, von der Streife bis in spezialisierte Ermittlungsbereiche. Sie berichteten über verbale und körperliche Gewalt, über ihren Frust und das Gefühl, von der Politik missbraucht zu werden: Denn Polizisten baden aus, was die Politik versäumt.
Aus hunderten Gesprächen unter Bedingung absoluter Anonymität hat Boetticher ein Buch geschrieben, das schonungslos das ganze Ausmaß der Kriminalität offenlegt. Was Polizisten erzählen, ergänzt sie konsequent mit Statistiken, Studien und eigener Recherche: 2024 wurden 217.277 Gewaltdelikte registriert – ein Höchstwert. Der Anteil nichtdeutscher Tatverдächtiger bei Gewalttaten liegt bei 35,4 Prozent bei einem Bevölkerungsanteil von etwa 15 Prozent. Die Bundespolizei stellt nichtdeutsche Tatverдächtige bei Messerattacken an Bahnhöfen sechsmal häufiger fest als deutsche Staatsangehörige. Das sind keine Meinungen – das sind amtliche Zahlen.
Das Buch gliedert sich in zehn Kapitel: von der Grundfrage, ob Deutschland gefährlicher geworden ist, über Clankriminalität, Messerangriffe, Islamismus und No-Go-Areas bis zur Frage nach dem Gewaltmonopol des Staates. Besonders stark: die Passagen zur Sprachpolitik. Boetticher zeigt, wie Polizisten intern angewiesen wurden, bestimmte Tätergruppen nicht zu benennen – Kunstbegriffe wie „mobile ethnische Minderheit“ entstanden, weil der Begriff Roma in Berichten nicht verwendet werden durfte. „Nur wenn ich das Problem sauber beschreibe, kann ich es sauber bearbeiten“ – dieser Satz eines Ermittlers aus Düsseldorf wirkt wie das Leitmotiv des gesamten Buches.
Eindrücklich auch das Kapitel zu No-Go-Areas: Beamte aus NRW und Berlin berichten, dass Polizisten bestimmte Viertel nur noch mit mehreren Streifenwagen anfahren, Zeugen schweigen und informelle Machtordnungen staatliche Autorität ersetzen. Ein pensionierter Kriminalbeamter aus Duisburg: „Viele beobachten dich – man ist eine mobile Tatgelegenheit.“ Ein anderer: „Es gibt sehr wohl No-Go-Areas, wo Polizisten nicht mehr alleine reingehen. Das sind faktisch rechtsfreie Räume.“ Das Buch blickt hinter die Statistik – es handelt von der Lücke zwischen dem, was die Bevölkerung erlebt und wahrnimmt, und dem, was öffentlich darüber gesagt wird.
Autorin
Liv von Boetticher ist Investigativjournalistin bei RTL Deutschland und arbeitet zudem für n-tv und Stern. Als Autorin veröffentlichte sie den SPIEGEL-Bestseller „Die Akte Tengelmann“ und das mysteriöse Verschwinden des Milliardärs Karl-Erivan Haub. Sie berichtete aus internationalen Krisengebieten und realisierte die Dokumentation „60 Tage Frauenhass – eine Reporterin bei den Taliban“. Bundesweite Aufmerksamkeit erzielten ihre Recherchen zu illegalen Urlaubsreisen afghanischer Asylbewerber und islamistischen Netzwerken in Deutschland (2024). 2025 deckte sie zudem einen groß angelegten Betrug mit Sprachzertifikaten zur Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft auf. Liv von Boettichers Schwerpunkte sind u.a. Migration und innere Sicherheit. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Kurzübersicht
- ISBN: 978-3-69066-256-7
- Buchart: Sachbuch – Innere Sicherheit / Investigativ
- Format: Hardcover
- Seitenzahl: 336 Seiten
- Buchgröße (cm) / Gewicht: k. A.
- Erscheinungsdatum: 1. Aufl. / 16. Juni 2026
- Verlag: Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag
- Verkaufspreis: 25,00 €